e-Commerce-Liebling Amazon im Kreuzfeuer der Kritik

Nach Ausstrahlung der Sendung „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ am 13.01.2013 im Ersten, die die Arbeitsbedingungen bei Amazon anprangert, ist ein Sturm der Entrüstung auf der Fan-Seite von Amazon bei Facebook, auf Twitter und in diversen Foren ausgebrochen. Eine Moderation oder Antworten von Amazon auf die kritischen Äußerungen ließen zunächst auf sich warten, gestern hat der Retail-Händler nun jedoch eine ausführliche Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht. Darin kündigt Amazon an, die offengelegten Missstände und die Vorwürfe u. a. gegen das Sicherheitspersonal zu prüfen „und bei Bedarf umgehend Verbesserungen“ einzuleiten.

Außerdem sind diverse Screenshots bei Facebook aufgetaucht, die ein sogenanntes Astroturfing von Amazon, d. h. eine zentral gesteuerte Kampagne zur Äußerung positiver Meinungen durch Amazon-Mitarbeiter, die sich als zufriedene Amazon-Kunden ausgeben, um gegen den o. g. Shitstorm anzukämpfen, dokumentieren sollen. Die Echtheit der Screenshots wird zwar mittlerweile angezweifelt, sie hinterlassen jedoch zusätzlich einen bitteren Beigeschmack:

Astroturfing bei Amazon?

Es ist anzunehmen, dass die Arbeitsbedingungen bei Amazon keine Ausnahme sind, sondern auch andere Großunternehmen im Versandhandel eine ähnliche Personalpolitik betreiben. Nach den zur Kenntnis gebrachten Vorfällen kann man nun natürlich das eigene Einkaufsverhalten hinterfragen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Nutzen wir Amazon nicht verdammt gern und erwarten gespannt die von Amazon angekündigten Verbesserungen, um wieder guten Gewissens dort einkaufen zu können?