Land der begrenzten Möglichkeiten und das Ende der Globalisierung – Teil 2

Wer von Euch Teil 1 dieser unglaublichen Story noch nicht kennt, darf ihn hier lesen. Alle anderen dürfen sich gleich auf Teil 2 stürzen:

Ich bin wirklich verärgert. Der US-Online-Shop 500 MADNESS teilte mir bezüglich der von mir Anfang Februar bestellten teuersten Kaffeebecher aller Zeiten ein paar Tage nach meiner Bestellung mit, die Kaffeebecher seien so begehrt gewesen, dass sie nun kurzfristig ausverkauft seien. Eine neue Lieferung sei jedoch schon so gut wie auf dem Weg. Vier Wochen vergingen und ich erhielt keinerlei erneute Information über den Verbleib der Thermobecher, so dass ich mich gezwungen sah, selbst nachzuhaken. Ich erhielt keinerlei Antwort und schrieb nach wenigen Tagen den Shop erneut in einem etwas bissigeren Ton an: Man möge mir bitte innerhalb der nächsten drei Tage mitteilen, wann ich mit der Lieferung der von mir bereits bezahlten Ware rechnen könne, andernfalls würde ich den PayPal Käuferschutz in Anspruch nehmen. Einen Tag später erhielt ich folgende Antwort:

Hello,

We apologize for the delayed response. Unfortunately, we are still awaiting the replenishment of this item. As of right now, we do not have an estimated time of arrival. If you would like, we can process a refund or apply credit toward another product.

We thank you for your order and we look forward to hearing back from you.

Thank you,
Jenn
Shipping

Da ich wirklich, wirklich unbedingt genau diese beiden Kaffeebecher haben möchte, antwortete ich, dass ich dann doch noch auf die Ware warten würde.

Es verging erneut ein ganzer Monat und ich wollte gerade eine weitere Nachricht an den Online-Shop verfassen, da erhielt ich vorgestern diese E-Mail:

Hello,

We want to thank you for your order. Unfortunately, we were just made aware that this product will no longer be in production. We sincerely apologize for any inconvenience this may cause. However, we have a few other options available and we would like to make you aware of these options. The link is posted below. If you are interested in one of these choices, please let us know and we will get it out to you right away. If you are not, please let us know and we will be happy to process the refund for the originally ordered product. We look forward to hearing back from you and thank you for the opportunity to do business with you.

http://500madness.com/500madness/shop/index.php?category_id=&route=product%2Fsearch&keyword=coffee+tumbler&category_id=0&Submit.x=16&Submit.y=24&Submit=Search

Thank you again and have a great day!

Regards,
Shipping
Team Madness

Kann das wahr sein? Nein, ich will Eure blöden anderen Kaffeebecher nicht! Ich habe jetzt natürlich die $90,00 zurückgefordert:

Dear Sir or Madam,

thank you for your e-mail. To be honest, it is very annoying, that you realize not being able to deliver a product only after two months of ordering.

I am not interested in any other product from your online store. So please process the refund for the originally ordered coffee tumblers and delivery expenses.

Thank you.

Kind regards,

Keine Ahnung, wie die amerikanische Rechtssprechung aussieht. In Deutschland ist der Verkauf nicht verfügbarer Ware jedoch wettbewerbswidrig! Das Landgericht Hamburg hat diesbezüglich zum Beispiel schon mehrfach entschieden, dass der Händler verpflichtet ist, die Angaben in seinem Online-Shop zur Lieferbarkeit und zur Lieferzeit zu pflegen. Weiß er, dass er ein bestimmtes Produkt gar nicht liefern kann und verkauft er es dennoch ohne einen entsprechenden Hinweis zur begrenzten Verfügbarkeit, handelt er wettbewerbswidrig. In meinem Fall ärgert es mich besonders: Zum einen, weil ich die Ware schon bezahlt hatte, zum anderen, weil es sich um ein schon laaaaaange gewünschtes Geschenk für ganz liebe Freunde handeln sollte und diese Kaffeebecher nirgens sonst aufzutreiben sind.

In diesem Zusammenhang möchte ich 500 MADNESS noch einmal auf den E-Store Doublju in der südkoreanischen Provinz aufmerksam machen: So geht Kundenservice!

Ich bin jetzt jedenfalls erstmal sauer 😦

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Meine erste Online-Bestellung

Zugegeben: An meine allererste Online-Bestellung kann ich mich nicht mehr erinnern. Meine erste Bestellung beim Online-Shopping-Riesen Amazon bleibt jedoch unvergessen. Das war 2003. Um genau zu sein am 07.03.2003. Also heute vor genau 10 Jahren! Damals hat Amazon noch etwas länger gebraucht, um eine Bestellung auf den Weg zu bringen. Erst sagenhafte 8 Tage später durfte ich die Bestellung in den Händen halten. Heute geht es zumeist etwas schneller. In aller Regel klingelt der Postbote schon 2 Tage später an der Tür.

Schon klar, dass Ihr Euch nicht einfach mit der Info, wann ich zum ersten Mal etwas bei Amazon bestellt habe, abspeisen lasst. Ihr wollt nun auch wissen, was ich bestellt habe. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich Amazon noch hauptsächlich für Bücherbestellungen genutzt, so auch bei meiner ersten Amazon-Bestellung. Es handelte sich um das Buch mit dem Titel „Alfa Romeo: DIE KOMPLETTE TYPENHISTORIE – Alle Bilder, Daten und Fakten“ von Maurizio Tabucchi.

Einer meiner treuen Leser wird jetzt sicherlich hellhörig und kann sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch wieder dunkel erinnern: Ja, das war vor 10 Jahren mein Geburtstagsgeschenk für Dich, lieber P.! Damals habe ich auch meine ersten Versuche in der Bildbearbeitung unternommen, um eine individuelle Geburtstagskarte zu gestalten. Das sah dann im Ergebnis so aus:

Alfa Romeo Geburtstagskarte
Ob Du dieses Jahr ein Geburtstagsgeschenk von mir erhältst, lieber P., kann ich Dir noch nicht versprechen, denn der Online-Shop 500 MADNESS hat mir nach zweimaliger Nachfrage nun endlich mitgeteilt, dass die beiden teuersten Kaffeebecher aller Zeiten, die ich vor über einem Monat bestellt und bereits bezahlt habe, noch immer nicht lieferbar seien. Es bleibt also spannend!

Südkorea rettet die Globalisierung

Liebe amerikanische Online Stores von FIAT,

nehmt Euch ein Beispiel an dem vorbildlichen Kundenservice von Doublju, einer Herrenmode-Manufaktur im südkoreanischen Yeongi-Gun in der Provinz Chungnam. Das Unternehmen besteht erst seit 2008 (FIAT immerhin schon seit 1899), versteht jedoch, wie internationales e-Commerce erfolgreich funktioniert:

Über den Amazon-Händlershop von Doublju habe ich kürzlich eine Herren-Weste erstanden. Etwas skeptisch war ich schon – nicht nur hinsichtlich der Qualität der Weste, sondern auch im Hinblick auf die Einfuhr und mögliche Zollgebühren, stand doch bei den Händlerinformationen bereits folgender Hinweis:

Der Kaufpreis enthaelt fuer alle Artikel die MwSt, sollten zusätzliche Kosten wie etwa Einfuhrumsatzsteuer/ Zollgebühren anfallen, werden wir diese für Sie übernehmen. Falls Sie zu einer solchen Zahlung aufgefordert werden, zahlen Sie diese bitte und schreiben Sie uns eine kurze Nachricht, damit wir Ihnen diesen Betrag umgehend erstatten können.

Auch für den Fall einer eventuellen Retouren-Sendung hat Doublju eine Lösung parat: Man sendet die Ware einfach an die Doublju Germany GmbH in Bonn, die sich um alles Weitere kümmert.

Nicht einmal eine Woche hat es gedauert, bis FedEx die Weste aus Südkorea nach Deutschland befördert und zugestellt hat. Qualität und Passform stimmen, alles prima. Bis gestern eine Rechnung von FedEx über Zollgebühren in Höhe von 18,68 Euro ins Haus flatterte. Leicht genervt kontaktierte ich noch gestern Abend über Amazon den Händler Doublju in Korea – auf Deutsch:

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für die schnelle Zusendung der Herren-Weste.
Heute erhielt ich eine Rechnung von FedEx über Zollgebühren in Höhe von 18,68 Euro. Gemäß Ihrer Händlerinformationen bei Amazon erstatten Sie diese Kosten. Bitte teilen Sie mir mit, welche Angaben Sie von mir benötigen, um den Betrag zu erstatten.
Mit besten Grüßen aus Deutschland
[…]

Bereits heute früh um 6:00 Uhr erhielt ich – ebenfalls auf Deutsch – folgende sehr nette Auskunft aus dem Land der Morgenstille:

Hallo,
danke fuer Ihre Info – ich habe Ihnen soeben den Zollbetrag erstattet und das Geld wird in den naechsten Tagen via Amazon auf Ihrem Konto gutgeschrieben 🙂 Auf Amazon weisen wir auch darauf hin, dass „wenn Sie eine Zollrechnung bekommen: bitte bezahlen Sie diese vorerst selbst und lassen mich dann den Betrag fuer eine sofortige Rueckerstattung wissen ;)“ Bei weiteren Fragen melden Sie sich gerne wieder!
Vielen Dank nochmals fuer Ihre Bestellung,
mit freundlichem Gruss aus Suedkorea,
Richard

Um 8:51 Uhr informierte mich Amazon über die Gutschrift, die bereits meinem Kreditkartenkonto gutgeschrieben wurde. Doublju wollte nicht einmal einen Scan der Rechnung sehen.

Liebe FIAT-Stores, in der südkoreanischen Provinz wird Kundenorientierung vorgelebt. Hier kennt man den Wert seiner (internationalen) Kunden. Das ist vorbildlicher Kundenservice, den es sich lohnt weiterzuempfehlen. Schneidet Euch mal ’ne Scheibe davon ab!